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10.01.2015

Fachliteratur

Sanierung (Altablagerungen, Altlasten) und Bodenschutz 2010

Hans Joachim Schmitz (Berichterstatter)

Altlasten sind doch keine Thema mehr? 20 Jahre ITVA Ingenieurtechnischer Verband AlTlasten

TerraTech 4/2010 Sublement zu WLB 4/2010

Hans Joachim Schmitz (Berichterstatter)

Bayern blickt über die Grenzen - Altlastensymposium 2010 der GAB mit Blick auf Stand und Perspektiven

TerraTech 4/2010 Sublement zu WLB 4/2010

Ismail Mahmutoglu und Thomas Schmidt-Modrow

Verfahren der Altalstensicherung - Drei Maßnahmen mit unterschiedlichen Technologien

TerraTech 4/2010 Sublement zu WLB 4/2010

Fall 1: Sanierung durch Rückbau und Oberflächenabdichtung

Gelände der ehemaligen Glashüttenwerke "Phoenix" (Bleikristallglasherstellung von 1946 bis 1986). Die Gemeinde Markt Wellheim trat als Auftraggeber für den Rückbau, Demontage, Entkernung, Dekontaminierung und anschließende Oberflächenabdichtung dieser Rest-Altlast auf. Ziel: 8000m²großes Gewerbegebiet mit ca. 12.000 m² Ausgleichs-(Begrünungs-)flächen. Schadstoffe: MKW, Blei, Arsen, schwermetallhaltige Stäube, Asbest. Teilweise wurden Boden und Abbruchmaterial offenbar abtransportiert. Mit Abbruchmaterial wurde aber auch Gelände profiliert. Oberflächenabdichtung (16 500m²): Bauschutt, Sand, Vlies, Hohlnoppen-flächenDrains und der örtlichen Deckschicht. Als Rekultivierungsmaßnahme war auch die Ansaat Teil der Aufgabe.

Fall 2: Errichtung einer Wasserhaushaltsschicht

Eine Fläche von ca. 4,8 ha war in den 50er und 60er Jahren als Boden-, Bauschutt-, Schlacke und Aschedeponie genutzt worden [damals gab es noch gar keine zugelassenen Deponien]. Schon (!) 2002 wurde als erste Maßnahme eine horizontale Dränage unterhalb des Areals zur Fassung und Ableitung des belasteten Wasser in die örtliche Kläranlage errichtet. Zur Herstellung der Wasserhaushaltsschicht wurde die bestehende Grasnarbe abgeschoben. Nach Auflockerung des Untergrunds (30 cm tief) wurde eine 1,7 m dicke Wasserspeicherschicht (80.000 m³ Lösslehm) aufgebracht, die mit einer 30 cm dicken Versickerungsschicht (ca. 15.000 m³) überdeckt wurde.

Falls 3: Altlastensicherung durch Umschließung

Tongrube wurde zwischen 1956 und 1973 mit Haus- und Gewerbemüll, Bauschut, Erdaushub, Straßenkehricht, Sperrmüll, Gartenabfällen und Fäkalschlamm verfüllt. 1974 wurden die Ablagerungen mit Bodenabgedeckt. Das Gelände ("die Deponie") entwickelte sich im Lauf der Zeit zu einer Parkanlage mit Kleingärten, einem Spielplatz und einer Skateranlage!!! Nach Grundwasseranalysen und "sichtbare Kontaminationsspuren nach Starkregenereignissen" erkannte die Stadt Baden-Baden, dass Hangwasser den "Deponiekörper" durchströmt und das Grundwasser im Abstrombereich verunreinigt. Man entschloß sich die Altlast mit einer Schlitz-dichtwand (ca. 4000 m²) im Bereich des tiefliegenden Grundwasserstauers zu umschließen und eine Mixed-In-Place Dichtwand (ca 10.000 m²) im übrigen Bereich einzubauen. Das Hangwasser wurde umgeleitet.

[Mein Kommentar: Was das Gefahrensabwehrprinzip alles möglich macht, läßt die mit dem Vorsorgeprinzip bestraften Deponieexperten vor Neid erblassen.]

25 Jahre Sanierung Deponie Georgswerder

Vor 25 Jahren wurde mit der Sanierung der Deponie Georgswerder begonnen. Aus diesem Anlass fand die Fachtagung zum Thema „Umgang mit baulich gesicherten Altlasten - Erkenntnisse und Perspektiven“ statt.

Die Tagung befasste sich mit den folgenden Themen:

  • 25 Jahre Sanierung und Nachsorge der Deponie Georgswerder
  • Praxisbeispiele aus Sanierung, Nachsorge und Eigenkontrolle baulich gesicherter Altlasten
  • Perspektiven für die Nachnutzung von baulich gesicherten Altlasten in städtischen Ballungsräumen
  • Umgestaltung der Deponie zum „Energieberg Georgswerder“ im Rahmen der IBA Hamburg

Im Downloadbereich finden Sie den Tagungsband, das Programm, einige der Vorträge (die Liste wird noch ergänzt) sowie die im Rahmen der Tagung ausgestellten Poster mit Informationen zur Deponie Georgswerder. 

http://www.hamburg.de/energieberg-georgswerder/2344370/25-jahre-deponie-georgswerder-fachtagung.html

Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-württemberg

Altlastenstatistik 2008 für Baden-Württemberg

www.lubw.baden-wurttemberg.de > Service > Publikationen > Altlasten

als PDF verfügbar

Hans Jochim Schmitz

Freiwillige Kooperation in der Altlastensanierung - 20 Jahre Gesellschaft zur Altlastensanierung in Bayern

TerraTech Supplement zu wlb 11-12/2009

Walter Gebhardt

Bericht über das Altlastensymposium 2009 (ITVA und GAB) - Zwischen Ökologie und Ökonomie

BR Baustoffrecycling und Altlastensanierung 8/2009 (Dezember)

Interessant, weil deutlich wird, dass eine Bodenschutzvereinfachungsverordung dringend erforderlich ist. Interessant ist sicher auch der Hinweise auf http://www.labo-deutschland.de/pdf/Positionspapier_Version_090203.pdf (Positionspapier der LABO "Berücksichtigung der natürlichen Schadstoffminderung bei der Altlastbearbeitung" (Stand 3.02.2009)

Joachim Rossmann

Ehemalige Hausmülldeponie Heckenweiher - Sanierungsuntersuchung und -durchführung einer kommunalen Altablagerung

wlb Supplement TerraTech 6/2009

Es geht um die Mülldeponie (eher Müllkippe) betrieben durch die Stadt Feuchtwangen von Mitte der sechziger Jahre bis 1972, auf der ca. 34.000 m³ Abfälle auf ca. 18.600 m² (max Abfallschicht 4,5 m) abgelagert worden sind. "Schon" im Jahre 2003 wurden Sickerwassermessstellen im Deponiekörper eingerichtet, 2004 wurden Bodenuntersuchungen durchgeführt, bei denen erhöhte Feststoff-Konzentration von PAK (max. 16 mg/kg) festgestellt wurden, und bereits im Nov. 2006 (!) wurden weitere Untersuchungen durchgeführt. und schon am 30. Sept. 2009 (!) soll die Sanierung abgeschlossen sein.

Untersucht wurden die Varianten: 1. Auskoffern und Verbrennen - keine MVA Kapazitäten und zu hohe Kosten, 2. Umlagerung auf eine Bauschuttdeponie (!), 3. Aushub, Basisabdichtung mit Sickerwasserableitung und Oberflächenabdichtung, 4. Einkapselung mit Dichtwand, Grundwasserabsenkung. Gewählt wurde Variante 3.

Entscheidende Vorteile: vollständige, nachhaltige Sanierungsvariante und kalkulierbare Kosten während der Nachsorgephase!

Gewähltes Oberflächenabdichtungssystem: Trisoplast (bisher nur Testfeld), 0,2 m dicke mineralische Entwässerungsschicht, 0,7 m dicke Rekultivierungsschicht.

Anmerkung: Bin ich verrückt oder sind es die anderen? Oder: Was die Deponieexperten von den Altlastenexperten lernen können. Aber lesen Sie den Betrag selbst. Vielleicht habe ich auch etwas falsch verstanden.

Hans-Joachim ScHmitz

Altlastensymposium 2009 - Gemeinsame Veranstaltung von ITVA und GAB in Würzburg

wlb Supplement TerraTech 6/2009

Ausführlicher Bericht über das Symposium

BMU

Zweiter Bodenschutzbericht vom Bundeskabinett beschlossen

wlb Supplement TerraTech 6/2009

Weitere Information unter www.bmu.de

B. euler, O. Kemmesies

Simulationsprogramme für die computergestützte Sickerwasserprognose - Teil 1: Ergebnisse des Programmvergleichs

altlasten spektrum 3/2009

Im Rahmen des BMBF-Förderschwerpunktes "Sickerwasserprognose", Themenkomplex "Transportprognose" wurden Programme entwickelt, die hinsichtlich ihrer Genauigkeit und Praktikabilität in einem Programmvergleich bewertet wurden. In Teil 1 des Beitrages werden die Ergebnisse des Programmvergleichs vorgestellt. Im Teil 2 werden die Auswirkungen von modellbedingten Idealisierungen auf die Berechnungsergebnisse von Sickerwasserprognosen untersucht. Dabei kommen die Programme ALTEX-1D und SIWAPRO DSS zum Einsatz.

A. Bleicher, M. Bittens. M. Groß

"Keiner weiß genau, was da unten ist" - Vom erfolgreichen Umgang mit Nichtwissen in Sanierungsprojekten

altlasten spektrum 3/2009

Der Beitrag widmet sich aus soziologischer Perspektive der scheinbaren Normalität im Umgang mit Nichtwissen. Anhand eines Sanierungsprojektes (Sachsen-Anhalt: Gemeinde Weißandt-Gölzau, Industrie (Braunkohlegewinnung, Schwelwerk)) wird gezeigt, wie Akteure klar definiertes Nichtwissen (!) in Entscheidungen einbeziehen, und welche Strategien sie entwickeln, um erfolgreich mit dem Unbekannten umgehen zu können.

Eva de Haas und Thomas Osberghaus

Sanierung der Hirschackergrube - LHKW-Grundwasserschaden am Standort der ehemaligen Deponie in Grenzach-Wyhlen

TerraTech 3-4/2009 Supplement zur Fachzeitschrift wlb

Nach immerhin fast 60 Jahren stellt man den LHKW-Schaden im Grundwasser fest.

Zwischen dem "Deponat" und dem Grundwasser besteht keinerlei Sperrschicht. Retardation oder natürlicher Abbau in der ungesättigten Bodenzone entfallen praktisch komplett! [Oh, hätte man doch wenigsten eine "künstliche geologische Barriere" von 50 cm Lehm, entsprechend der neuen Deponieverordnung (2009)].

Besonders aufschlußreich: Für die Entsorgung des Aushubmaterials wurde ein Konzept erarbeitet, das der Stoffvielfalt einer Deponjie mit Chemiemüllanteilen Rechnung trägt. Und jetzt kommt es: Sofern ein Wiedereinbau [von ca. 35.000 m³ Bodenaushub aus zwei Hot Spots] aufgrund der Belastungen nicht möglich ist, wird der Abfall entweder direkt auf gesicherte Deponien oder vorher je nach Kategorie einer thermischen Desorption bzw. einer Hochtemperaturverbrennung zugeführt. Auch thermisch behandeltes Material verbleibt am Ende auf Deponien! [Na dann mal schnell, den wenn es nach der SPD geht, gibt es nach 2020 gar keine Deponien in der Betriebsphase mehr.]

DECHEMA e.V. Forschungs- und Projektkoordination (Herausgeber)

KORA Handlungsempfehlungen - Natürliche Schadstoffminderung bei der Sanierung von Altlasten; Bewertung und Anwendung, Rechtliche Aspekte, Wirtschaftlichkeit und Akzeptanz - mit Methodensammlung.

Herausgeber und Vertrieb: DECHEMA e.V. Forschungs- und Projektkoordination. ISBN 978-3-89746-092-0 (Ergebnis des BMBF-Forschungsschwerpunkte KORA)

Geahnt habe ich es schon immer: Die Basisabdichtung und die Sickerwasserreinigung bei Deponien bringt nur Nachteile. Sie kostet viel Geld und nutzt dem Deponiebetreiber gar nichts. Er muss vielleicht über 100 Jahre warten, bis Restsickerwasser in den Untergrund versickert - falls die im Aufwind befindliche Wasserhaushaltsschicht (als bessere Oberflächenabdichtung nicht das hält, was versprochen wird). Die bis dahin vorhandene Boden- und das Grundwasserqualität verschlechtert sich (was sonst?). Aber die natürliche Selbstreinigung (Entschuldigung: Natural Attenuation) darf - wegen Fristversäumnis - nicht in Anspruch genommen werden, ja nicht einmal erwähnt werden. Fazit: Ach hätte man bloß keine Basisabdichtung. Oder: Wir brauchen dringend eine Wasserrechts- und Bodenrechtsvereinfachungsverordnung!!

(erst jetzt drin gelesen, deshalb unter 2009. Siehe aber zu KORA auch Sanierung 2008)

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